Bereits die Vorbereitung auf das Baby bringt jede Menge Aufregung mit sich. Doch wie wird es wohl sein, wenn der Nachwuchs erst auf der Welt ist? Wir erinnern uns noch ganz genau an diesen magischen Moment, das Baby zum ersten Mal im Arm zu halten. Es ist wie in einer Blase. Alles rückt in den Hintergrund – und das darf im Wochenbett auch ruhig noch länger so sein.

Acht Wochen dauert das Wochenbett in der Regel und hat eine so wichtige Bedeutung für Baby und Eltern gleichermaßen. Für das Baby, das gerade erst aus seiner warmen und sicheren Umgebung auf eine laute und kalte Welt bekommen ist, bedeutet es Sicherheit und Geborgenheit. Für die Eltern ist das Wochenbett eine tolle Möglichkeit, sich als Familie einzufinden und den Alltag noch ein wenig auszusperren. Auch dann, wenn schon Geschwister da sind, kann das Wochenbett die Bindung der Familie stärken.

Das Wochenbett im Bett verbringen

Unsere Hebamme hat immer gesagt, wir sollen uns bewusst machen, dass es sich bei dem Wochenbett nicht um den Wochenmarkt handelt. Das Wochenbett ist keine Zeit, in der die Türen oft klappen sollten. Natürlich ist es schön, Besuch zu bekommen und den Nachwuchs vorzustellen. Wir können aber versprechen, dass ein Baby nicht nur in den ersten Tagen die Herzen im Sturm erobert. Egal, ob es einen Tag, eine Woche oder einen Monat alt ist – Oma und Opa, Tanten und Onkel und auch Freunde werden auch dann noch sehr glücklich sein, den kleinen Menschen kennenzulernen.

Wenn es irgendwie möglich ist, sollten Eltern und Kind das Wochenbett wirklich im Bett verbringen. Natürlich lässt sich dies meist nicht umsetzen. Je mehr Zeit jedoch gekuschelt und geschlafen wird, umso schöner ist es für die ganze Familie. Besonders wichtig ist dieser Zeitraum auch für die Mama. Der Körper hat eine beeindruckende Leistung hinter sich gebracht. Neben den Monaten der Schwangerschaft kam nun auch noch die Geburt hinzu und jetzt soll er ein Baby versorgen. Er braucht Ruhe und Erholung und diese sollte ihm auch gegeben werden.

Tipp: Wer es gar nicht schafft, den Besuch auszusperren, der sollte die Besuchszeiten möglichst kurz halten und klar sagen, wenn es zu viel wird. Das kostet Überwindung, bringt aber Ruhe in die kleine Familie.

Die Ernährung als wichtiges Steckenpferd im Wochenbett

Dieser Punkt ist vor allem für Mama wichtig. Unabhängig davon, ob gestillt wird oder nicht, braucht der Körper neue Kraft, auf der er aufbauen kann. Eine gesunde Ernährung mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen ist dabei ebenso wichtig, wie ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser oder Tee. Ein sehr guter Tipp ist es, schon vor der Geburt als Wunsch zu äußern, ein wenig versorgt zu werden. So kann Oma Suppe kochen und sie einfrieren, Freunde können einen Obstkorb vor die Tür stellen und es sollte ausreichend Flüssigkeit im Haus sein.

Stillende Mütter haben einen besonders hohen Bedarf an Flüssigkeit. Dabei ist es wichtig, dass Wasser immer griffbereit ist. So tritt meist beim Stillen ein starker Durst auf, aber auch zwischen den Stillmahlzeiten sollte der Körper mit ausreichend Flüssigkeit versorgt werden.

Unterstützung durch Partner und Hebamme – Vertrauen in sich selbst

Eine sehr große Rolle beim Wochenbett spielt die Unterstützung durch die Menschen, die einem besonders nahe stehen. Es ist natürlich optimal, wenn der Partner wenigstens eine gewisse Zeit zu Hause bleiben kann. Sind schon andere Kinder da, kann Papa sich um sie kümmern und so Mama und Baby entlasten. Aber auch dann, wenn das erste Kind in die Familie geboren wurde, ist es wichtig, dass auch der Papa Bindung aufbauen und für Mutter und Kind da sein kann. Hier geben wir gerne einen Hinweis an die frisch gebackenen Mütter: Auch Väter können sehr viel mit dem Baby machen. Wichtig ist es, Vertrauen in sich und den Partner zu haben.

Unsicherheit ist aber gerade im Wochenbett ein Begleiter, der da ist und auch da sein darf. Für diese Fälle steht die Hebamme an der Seite der Eltern. Sie unterstützt bei allen Fragen rund um die Babypflege, Ernährung, Schlaf und kann auch dabei helfen, das Baby ins Tuch zu binden. Wichtig ist hier ein Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Hebamme.

Im Wochenbett kommt die Hebamme in der ersten Zeit täglich. Das ist aber kein Muss. Wer merkt, dass es nicht sein muss, der kann auch darum bitten, die Besuche zu reduzieren. Wichtig ist es, ehrlich zu sein und offen mit der Hebamme zu reden.

Das Wochenbett kommt nicht mehr zurück

Auch wenn es schön ist, dass nach der Geburt endlich das Familienleben beginnt oder die Familie sich vergrößert hat, ist es dennoch wichtig, die Bedeutung vom Wochenbett nicht zu unterschätzen. Wir möchten Eltern ans Herz legen, dass diese magische Zeit nicht mehr zurückkommt. Natürlich ist hier nicht immer alles nur pures Glück. Es ist harte Arbeit, sich in den Tag mit Baby einzufinden, das Stillen zu starten, durchwachte Nächte durchzustehen und dabei auch noch mit dem eigenen Körper klarkommen zu müssen.

Im Wochenbett überwiegen jedoch oft die Momente voller Ruhe und Glück, in denen der Fokus allein auf dem Baby liegt und die in dieser Form nicht mehr zurückkommen werden.

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