In der Schwangerschaft denkt kaum eine Frau daran, dass sie nach der Geburt möglicherweise einsam sein könnte. Dennoch gibt es viele Frauen, die genau dieses Gefühl haben. Freunde oder Familie gehen arbeiten, wohnen weiter weg und Dein Partner muss ebenfalls wieder zur Arbeit. Sobald sich die erste Aufregung gelegt und sich eine Routine eingespielt hat, kann es zu einsamen Stunden kommen. Doch Du kannst etwas dagegen tun.

Von aktiv zu passiv – Einsamkeit kommt schleichend

Wie aktiv bist Du vor der Schwangerschaft und der Geburt gewesen? Wer es gewöhnt ist, regelmäßig Freunde zu treffen und Verabredungen zu haben, der kann nach der Geburt möglicherweise in ein tiefes Loch fallen. Die Einsamkeit kommt dabei schleichend. Es dauert seine Zeit, bis Du Dich an die neue Situation gewöhnt hast und auch Dein Baby angekommen ist. Doch schon bald wirst Du merken, dass Du vielleicht einsam bist. Dein Baby braucht Dich und Du genießt die gemeinsame Zeit. Doch vielleicht möchtest Du Dich auch gerne mal wieder mit anderen Menschen treffen und über etwas anderes sprechen, als über Milch, Babypflege und den Nachwuchs.

Noch immer ist es eines der Tabus darüber zu sprechen, dass man sich vielleicht auch mit einem Kind einsam fühlen kann. Dabei ist das menschlich. Du lässt Dein altes Leben hinter Dir. Alles verändert sich und Du stehst vor der Frage, wie Deine Zukunft aussieht. Vielleicht kommt auch Unsicherheit auf, ob Du noch der Mensch bist, der Du vorher gewesen bist und wie Deine Freunde das sehen. Das ist ganz normal und es kann helfen, darüber auch zu sprechen.

Schon vor der Geburt etwas gegen die Einsamkeit tun

Natürlich weißt Du vor der Geburt nicht, ob Du möglicherweise auch dieses Gefühl der Einsamkeit spüren wirst. Du kannst aber schon früh etwas dagegen tun. Es tut gut sich mit Menschen treffen zu können, die in einer ähnlichen Situation sind. Daher bietet es sich an, in der Schwangerschaft und in Deiner Elternzeit zu verschiedenen Angeboten zu gehen.

Den ersten Schritt kannst Du beispielsweise im Geburtsvorbereitungskurs machen. Egal, ob Du mit oder ohne Deinen Partner zu dem Kurs gehst – der Austausch hier ist wertvoll und nicht selten finden sich Frauen zusammen, die sich auch nach der Entbindung noch weiter treffen. Vielleicht siehst Du die eine oder andere Teilnehmerin sogar bei der Rückbildung wieder.

Sehr beliebt sind Kurse, wie die Babymassage, Krabbelgruppen, Babyschwimmen oder auch Pekip. Hier entstehen Gespräche und es können sich erste Kontakte zu anderen Eltern entwickeln. Sehr gut ist es, wenn Du Dir aber noch Luft lässt, um doch wieder mehr Ruhe einkehren zu lassen. Mehr als ein bis zwei Termine pro Woche können schnell zu Stress werden.

Tipp: Höre Dich vielleicht auch bei Eltern im Freundeskreis um, ob sie eine Empfehlung für einen guten Kurs in der Nähe haben. Es erfordert vielleicht ein wenig Mut, diesen allein mit Deinem Baby zu besuchen. Doch meist wird der Mut belohnt.

Soziale Netzwerke für Dich nutzen – so findest Du andere Mamis bei Facebook & Co

Doch nicht nur die direkten Angebote vor Ort können gegen die Einsamkeit helfen. Du kannst auch die sozialen Netzwerke für Dich nutzen. So gibt es beispielsweise bei Facebook viele lokale Gruppen zu den unterschiedlichsten Themen. Nicht selten lassen sich hier auch Elterngruppen finden. Über den Austausch im Netzwerk selbst wirst Du schnell merken, ob Dir ein anderer Teilnehmer sympathisch ist. Dabei muss es zu Beginn auch noch nicht zu einem Treffen kommen. Du kannst den Austausch im Netzwerk für Dich nutzen um Fragen  zu stellen und eine Kommunikation aufzubauen. In vielen lokalen Gruppen werden auch Treffen organisiert. Es ist nicht verkehrt zu einem Treffen zu gehen, bei dem gleich mehrere Teilnehmer dabei sind.

Zu Beginn wird dir das vielleicht schwer fallen, aber es wird leichter, wenn Du ein paar Verabredungen hattest.

Die Einsamkeit nicht zulassen –  aber auch Ruhe gönnen

Viele Frauen haben Angst vor der Einsamkeit und vergessen dabei, dass sie sich auch Ruhe gönnen sollten. Es liegt ganz bei Dir, die richtige Mischung zu finden. Du kannst schauen, ob Treffen oder Termine, wie die Babymassage und das Babyschwimmen, in den Tag von Dir und Deinem Baby passen. Auch auf Dein Baby selbst kommt es an. Vielleicht braucht es etwas mehr Ruhe und mag den Trubel gar nicht. Dann kann ein langer Spaziergang im Park der richtige Weg für Dich sein. Auch hier bietet sich immer wieder die Gelegenheit, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

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