Einer der wohl größten Meilensteine im ersten Lebensjahr des Babys ist die Einführung der Beikost. Während es für Eltern gar keine Frage ist, dass die ersten Monate ausschließlich Milch gefüttert wird, kommt irgendwann Unsicherheit auf, ab wann mit Brei begonnen werden sollte. Neben den Beikostreifezeichen gibt es auch Empfehlungen durch die deutschen Kinder- und Jugendärzte. Grundsätzlich ist die Thematik immer eine Mischung aus Gefühl und Anleitung.

Der Start der Beikosteinführung

Es ist soweit. Alle Zeichen stehen auf Interesse an fester Nahrung. Nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation sollten Babys in den ersten sechs Lebensmonaten voll gestillt werden und darüber hinaus nach Bedarf. Im Rahmen einer klassischen Beikosteinführung beginnen die Pläne jedoch mit dem Hinweis, dass Kinder ab dem 5. Lebensmonat bereits Brei erhalten können.

Wichtig: Eltern sollten grundsätzlich auf die Zeichen ihres Kindes achten. Erfüllt es die Reifezeichen? Kann das Baby ohne Unterstützung selbst sitzen? Verfolgt es den Löffel mit dem Blick? Kann es die Hände koordiniert zum Mund führen? In diesen Fällen kann ab dem 5. Monat mit der Beikosteinführung begonnen werden. Eltern merken jedoch auch meist selbst schnell, ob der Brei noch herausgeschoben oder gar nicht angenommen wird. Es ist nicht schlimm, dann noch einmal eine Pause zu machen und es einfach ein paar Tage oder Wochen später zu versuchen.

Ein guter Tipp ist es, die Beikosteinführung als eine ganz entspannte Möglichkeit zu sehen, dem Baby neue Geschmäcker vorzustellen. Dabei können Eltern immer den kleinen Satz im Hinterkopf behalten:

„Food under one is just for fun!”

Kinder sollen also vor allem Spaß daran haben, ihre Geschmacksknospen zu entdecken. Hauptnahrungsquelle im ersten Lebensjahr bleibt jedoch die Milch. Eine Unterstützung für Eltern sind dabei spezielle Pläne, die einen Hinweis darauf geben, welche Breie wann angeboten werden können.

Langsam beginnen: die Breie für den 5. bis 7. Lebensmonat

Die Angaben zu den Lebensmonaten sind variabel. Wer später damit beginnt seinem Kind Brei anzubieten, kann die Pläne ebenfalls Schritt für Schritt umsetzen und gibt dem kleinen Verdauungsapparat so genug Zeit, sich an die neue Nahrung zu gewöhnen.

Begonnen wird mit einem einfachen Gemüsebrei. Das Gemüse sollte fein püriert sein. Empfohlen werden häufig Karotten für den Start. Sie stopfen jedoch und können zu Bauchschmerzen führen. Pastinake oder auch Kürbis bieten eine bessere Alternative. In der ersten Woche sollten Eltern bei dem ausgewählten Gemüse bleiben.

In der darauffolgenden Woche kann Kartoffeln dazugegeben werden. Wer sich dafür entscheidet, selbst zu kochen, sollte dem Brei zudem ein wenig Rapsöl zufügen, damit die Nährstoffe vom Körper des Babys besser verarbeitet werden können.

Ab der dritten Woche kann dann zusätzlich Fleisch geboten werden. Sehr gut verträgliches ist mageres Puten- oder Rindfleisch. Wichtig ist es, das Fleisch stark zu pürieren, damit sich der Nachwuchs nicht an den Fasern verschluckt.

Tipp: Die Zutaten können nach und nach immer mehr variiert werden. Dies gilt sowohl für die Gemüsesorten als auch für die Beilagen, Fleisch und Fisch. Nach vier bis sechs Wochen kann dann die erste Milchmahlzeit durch den Brei komplett ersetzt werden.

Milchbrei: zusätzlicher Brei vom 6. bis zum 8. Lebensmonat

Nach dem Mittagsbrei wird laut Empfehlung der Milchbrei eingeführt. Eltern können selbst entscheiden, ob sie diesen am Abend oder vielleicht als Mahlzeit am Nachmittag anbieten möchten. Der Brei kann einfach selbst hergestellt werden. So ist es möglich, ihn beispielsweise mit Muttermilch anzurühren. Wird das Baby nicht gestillt, kann auch Pre-Milch für die Herstellung verwendet werden.

Es gibt auch bereits fertiges Pulver, mit dem der Brei angerührt werden kann. Ein Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe gibt Aufschluss über den Anteil an Zucker. Dieser sollte möglichst gering sein.

Hallo Obst: Obstbrei für den 7. bis 9. Monat

Nach und nach kann der Milch-Getreidebrei auch mit Obst angereichert werden. Dadurch wird er für den Nachwuchs geschmacklich deutlich attraktiver. Die Gabe von reinen Obstbreien ist ebenfalls möglich. Aber auch hier sollten die einzelnen Obstsorten langsam eingeführt werden. So haben Eltern die Möglichkeit zu erkennen, ob ihr Baby allergisch reagiert.

Obstbreie können fertig im Glas gekauft werden. Wenn die Mengen erhöht werden, sparen Eltern beim Kauf von reinem Fruchtmark. Dieses ist nicht in der Abteilung für Babynahrung zu finden, sondern bei den Konserven. Es wird auch aus reinen Früchten hergestellt und nicht mit Saft zugesetzt. Die Gläser mit Fruchtmark bieten eine höhere Menge zu geringeren Preisen im Vergleich zu speziellen Babygläsern.

Langsam variieren: mit Geduld eine große Bandbreite an Lebensmitteln einführen

Nachdem Gemüse, Fleisch, Milchbrei und Obst eingeführt wurden, beginnt die große Variation. Eltern können nun immer wieder neue Nahrungsmittel integrieren und auch zu stückigeren Breien greifen. So lernt das Baby eine andere Konsistenz kennen und kann sich daran gewöhnen, die Kauleiste und die ersten Zähne einzusetzen.

Übrigens: Eine Alternative zur klassischen „Breikost“ stellt auch BLW dar. Die Einführung von fester Nahrung durch Fingerfood wird von vielen Kindern sehr gut angenommen. Mehr Informationen zum Thema baby led weaning gibt es hier.

Wie sieht es mit Milchprodukten für Babys aus?

Unsicherheit gibt es immer wieder in Bezug auf Produkte mit Kuhmilch. Tatsächlich ist im ersten Lebensjahr vorsichtig damit umzugehen. Vollmilch kann zum Ende des ersten Lebensjahres in kleinen Mengen aus der Tasse angeboten werden, es kann aber auch ganz darauf verzichtet werden im ersten Jahr unds ie sollte nicht die Muttermilch oder Säuglingsnahrung ersetzen. Produkte, wie Joghurt oder auch Käse und Quark, sind für Kinder unter einem Jahr noch nicht zu empfehlen. Der hohe Anteil an Proteinen kann die Nieren belasten und zu Verdauungsproblemen führen.

Die Getränke zur Beikost

Wie sieht es eigentlich mit Flüssigkeit aus? Bis eine ganze Milchmahlzeit durch Brei ersetzt wird, sollte dem Baby nach dem Brei noch immer Muttermilch oder Formula angeboten werden. Wasser kann dann gereicht werden, wenn sich das Baby am Brei satt ist und für die Mahlzeit keine Milch mehr benötigt. Tee oder auch Saftschorlen sind generell nicht zu empfehlen. Wasser ist das Getränk der Wahl für die Kleinsten.

Zeitlassen bei der Einführung der Beikost – Jedem Kind sein eigenes Tempo

Bei der Einführung der Beikost oder gerne auch Breikost genannt gibt es zwar Empfehlungen zum Alter des Kindes sowie dem Ablauf der Breie. Eltern sind hier jedoch natürlich frei in ihrer Entscheidung und sollten immer auf die Zeichen ihres Kindes achten. Wer gerne erst mit dem Obst beginnen möchte, kann das tun. Scheint das Baby noch nicht bereit zu sein, ist es auch kein Problem, erst nach dem siebten, achten oder auch neunten Monat mit der Beikost zu beginnen. Kinder sollen Freude und Interesse am Essen entwickeln. Das funktioniert auch gut dadurch, dass sie die Nahrungsmittel selbst anfassen und zum Mund führen können. Die Möglichkeiten, das eigene Baby an das feste Essen heranzuführen, sind also vielseitig.

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