Nach dem Wochenbett verspüren viele Eltern den Wunsch, mit ihrem Baby die Welt zu entdecken. Auch wir haben uns auf die Suche nach möglichen Aktivitäten gemacht und sind dabei natürlich auf das Babyschwimmen gestoßen. Babys leben neun Monate im Wasser, da müssen sie doch einfach Freude am Babyschwimmen haben – oder?

Es werden für Eltern mit Babys zahlreiche Kurse angeboten, die alle darauf zugeschnitten sind, das Baby zu fördern und die Eltern-Kind-Bindung zu stärken. Oft fühlen sich Eltern von dem Angebot regelrecht überfordert. Umso wichtiger finden wir, dass bei den einzelnen Kursen nicht nur die Vorteile, sondern auch die Nachteile beleuchtet werden sollten. Heute wollen wir daher auf das Babyschwimmen eingehen.

Was ist Babyschwimmen eigentlich genau?

Beim Babyschwimmen geht es in erster Linie darum, dass Eltern gemeinsam mit ihrem Baby das Element „Wasser“ erleben. Hier werden keine Schwimmübungen durchgeführt und auch das Tauchen, das oft beworben wird, steht eher im Hintergrund. Stattdessen geht es darum, das Baby sanft an das Wasser zu gewöhnen, die Muskelkraft zu fördern und das Körpergefühl zu stärken.

Die erste Frage die sich stellt ist, ab wann das Babyschwimmen überhaupt zu empfehlen ist. Tatsächlich geben Experten hier den Hinweis dazu, dass das Baby möglichst schon in der Lage sein sollte, seinen Kopf selbst zu halten. Viele Kurse werden daher erst ab 12 Wochen angeboten. Aber auch dann, wenn erst nach einem halben Jahr der perfekte Zeitpunkt gekommen scheint, kann das Babyschwimmen natürlich noch starten.

Abhängig vom Anbieter wird das Babyschwimmen entweder in einem Becken mit Salzwasser oder aber mit Chlorwasser durchgeführt. Die Temperaturen des Wassers sollten wenigstens 30 Grad betragen. Die Länge der Schwimmstunden hängt vom Kurs ab. Mehr als 20 oder 30 Minuten sind jedoch nicht zu empfehlen.

Das sind die Vorteile vom Babyschwimmen

Wir haben hier einmal die wichtigsten Vorteile rund um das Babyschwimmen zusammengefasst:

  1. Die Bindung stärken

Das Wasser ist ein Element, in dem Vertrauen ganz besonders wichtig ist. Babys merken dabei, dass sie sich auf ihre Eltern verlassen können. In diesem Zusammenhang empfehlen Experten übrigens auch, auf das Tauchen zu verzichten. Der natürliche Reflex, der bei Babys das Tauchen noch möglich macht, verschwindet in den ersten Lebensmonaten. Da nur schwer erkennbar ist, ob der eigene Nachwuchs diesen noch hat, sollte das Tauchen ausgelassen werden. Zudem erschrecken sich einige Babys sehr, wenn sie mit dem Gesicht unter Wasser geraten. Das kann das Vertrauen schwächen.

  1. Muskeln trainieren

Viele Babys halten sich sehr gerne im Wasser auf und kommen hier auch richtig in Bewegung. Gerade diese Bewegung stärkt die Muskulatur und sorgt dafür, dass die Babys sich selbst besser spüren können. Das Ergebnis ist ein besseres Körpergefühl.

  1. Vertrauen zum Wasser aufbauen

Für die dauerhafte Sicherheit der Kinder ist es wichtig, dass sie Vertrauen zum Wasser haben und früh lernen, sich darin zu bewegen. Kinder, die beim Babyschwimmen sind und Freude am Wasser haben, lernen auch verhältnismäßig früh das Schwimmen, wenn die Eltern diesen Weg weiter verfolgen.

  1. Soziale Kontakte pflegen

Nicht nur für Babys ist das Babyschwimmen natürlich eine tolle Sache. Auch Eltern haben Freude daran, sich mit anderen Eltern auszutauschen, interessante Kontakte zu schließen und auf diesem Weg vielleicht sogar neue Menschen kennenzulernen, die man nach dem Babyschwimmen häufiger treffen kann.

Das sind die Nachteile vom Babyschwimmen

Aber auch die Nachteile sollen nicht außen vor gelassen werden. Wir finden, hier ist es besonders wichtig abzuwägen, welches Risiko man als Mutter oder Vater eingehen möchte.

  1. Infektionsrisiko

Es gibt Hinweise darauf, dass das Infektionsrisiko beim Babyschwimmen steigen kann. Typisch sind hier vermehrte Infektionen in Form von Mittelohrentzündungen, Durchfall oder auch Erkältungen.

  1. Passiv statt aktiv

Beim Babyschwimmen handelt es sich um geführte Kurse, in denen natürlich auch viel mit Schwimmhilfen und Übungen gearbeitet wird. Das Problem dabei ist, dass die Babys hier sehr passiv agieren und mehr mit sich machen lassen, als selbst zu machen. Gerade in Bezug auf Wasser ist es jedoch wichtig, dass das Baby eigene Erfahrungen macht und sich möglichst frei bewegen kann.

  1. Die Zeit danach

Babyschwimmen ist anstrengend, findet meist in einer sehr warmen Umgebung statt und kann anschließend in Stress ausarten. Eltern machen häufig den Fehler, dass sie das Baby nach dem Schwimmen schnell anziehen, damit es nicht auskühlt. Dann erst ziehen sie sich selbst an. In der Zeit schwitzt der Nachwuchs aber wieder, was die Gefahr für Infektionen noch erhöht.

Das Babyschwimmen ist eine tolle Möglichkeit, um etwas mit dem Nachwuchs zu unternehmen. Wichtig ist es jedoch darauf zu achten, dass der Anbieter der Kurse bereits viel Erfahrung hat, ein möglichst freies Spiel zur Verfügung stellt und auch sonst alle Rahmenbedingungen stimmen. Wer feststellt, dass das Baby eigentlich gar keine Freude an der Schwimmstunde hat, der sollte ruhig auch an die Option denken, den Kurs vielleicht abzubrechen, auch wenn der bezahlte Betrag in diesen Fällen meist tatsächlich verloren ist.

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